Europameisterschaften der Masters im Schwimmen, Springen, Wasserball und Synchronschwimmen in Rom vom 24. August bis 4. September 2022.

Die Meisterschaften der Masters in allen Sportarten des Wassers fanden vom 24. August bis 4. September in Rom statt. Insgesamt nahmen mehr als 5000 Teilnehmer im Schwimmen, knapp 1000 im Freiwasserschwimmen und genauso viele für das Wasserballturnier, das Synchron- sowie Kunst- und Turmspringen aus insgesamt 38 Ländern teil. Mit dabei von der SG Mönchengladbach Dr. Ilona Radermacher ( AK 60 ), Dirk Szymkowiak ( AK 60 ) sowie Kalli Nottrodt ( AK 70 ). Freiwasserwettbewerbe wurden im Meer bei Ostia über 3 km geschwommen, die anderen Disziplinen in 2 wunderbaren Freibädern in Rom, im Stadion del Nuoto sogar auf den Spuren der Schwimm Profis , die dort vor 2 Wochen ihre Titelkämpfe austrugen.

Los ging’s für uns am 26. August mit iden genannten 3 km Fw. Die Wettkämpfe wurden extra auf den Morgen verlegt, damit nicht in den hohen Wellen am Nachmittag geschwommen werden musste. Die Bedingungen waren somit fast ideal: Wassertemperatur 27 Grad C und nur leichte Wellen. Das Rennen wurde in die Altersklassen unterteilt, Kalli Nottrodt schwamm zusammen mit der AK 65-69 und 70-74 . Kalli gab von Anfang an Vollgas um mit den vermeintlich schnelleren 65ern mit zu schwimmen. Nach gut 1000 m wurden auch die etwas langsamer und es blieb ihm nichts anderes übrig als die Führung zu übernehmen. Auf dem Rückweg wurde die Orientierung schwieriger, weil der Wellengang schon beachtlich zunahm. Aber irgendwie fand Kalli den richtigen Weg und schlug als 1. von beiden Gruppen am Anschlagbalken mit 41:59,8 Minuten an, unfassbar ! Der Vorsprung vor dem Zweiten Gianantonio Scaramel betrug 2:39,8 Minuten, deutlicher gehts nicht.

Dr. Ilona Radermacher hatte krankheitsbedingt einen ordentlichen Trainingsrückstand. „Mal schaun wie’s geht“ war ihre Devise. Von wegen ! Sie erreichte einen tollen vierten Platz mit 49:04,6 Minuten . Der Rückstand zur Dritten, Regina Dobschin aus Berlin, betrug etwas über 1 Minute. Aber das war egal, Ilona war glücklich über ihr tolles Ergebnis.

Am gleichen Tag dann Umzug nach Rom. Schon am 28. ging es für Kalli Nottrodt mit den 800 Freistil im Becken weiter. Die Hauptkonkurrenten Gianantonio Scaramel aus Italien und und Patrick Moreau aus Frankreich ( Finalteilnehmer Olympia 1976 Montreal 400 Freistil ) schwammen direkt in den Läufen davor, sodass Kalli deren Zielzeit sehen konnte 11:22… Minuten, das könnte machbar sein.Er schwamm dann 11:04,75 und siegte souverän vor dem Italiener (11:22,39) und dem Franzosen (11:26,05) . Damit wurde Kalli zum 2. Mal mit neuem Deutschen Altersklassenrekord Europameister. Bereits am nächsten Morgen standen die 400 m Freistil auf dem Programm mit den gleichen Konkurrenten wie bei den 800 Freistil. Völlig unerwartet gab es erneut ein Goldmedaille für Kalli Nottrodt, wieder mit neuem Deutschen Altersklassenrekord in 5:25,48 Min vor Scaramel (5:33,48) und Moreau (5:41,99).

Nach einem Tag Pause ging es dann mit den 200 m Freistil weiter, für Kalli Nottrodt eher eine Sprintstrecke. So waren die Erwartungen dann auch gedämpft. Trotzdem schlug er dann mit 2:34,86 min als Zweiter an hinter dem Sprintspezialist Abed Quadah, der mit 2:27,12 Min eine sensationelle Zeit schwamm, aber noch vor Dauerkonkurrent Scaramel aus Italien mit 2:40,15.

Die Gesamtbilanz für Kalli Nottrodt war unfassbar: 3 facher Europameister und einmal Vize, das hätte er vorher nicht gedacht.

Inzwischen war auch Kurzstrecken-Spezialist Dirk Szymkowiak eingetroffen. 50 m Rücken und 50 m Schmetterling standen für ihn auf dem Plan. Bei den 50 m Rücken ist es immer Glücksache im Freibad zu 100 % geradeaus zu schwimmen und nicht die Wellenbrecherleine zu touchieren. Genau das passierte ihm 2 mal, trotzdem wurde er Zweiter mit 32,22 sek hinter dem Engländer Alec Johnson ( 31,85 sek ) und vor A. Bonanni aus Italien ( 32,38 Sek ) .

Auch bei den 50 m Schmetterling wollte Dirk natürlich eine Medaille ergattern. Zunächst sah es auch danach aus. Er schlug in seinem Lauf als Dritter in 29:18 sek an. Leider schwamm Andrew Hill aus der Schweiz mit 29:10 sek im Lauf davor 8 Hundertstel Sekunden schneller. So blieb für Dirk nur der undankbare und enttäuschende 4. Platz.

Nach mehreren Tagen Pause stieg dann auch Ilona Radermacher wieder ins Wasser. Zunächst ging es für sie über die 200 m Rücken. Und sie erreichte das völlig Unerwartete: mit 3:13,97 Min erschwamm sie sich die Silbermedaille und wurde damit Vizeeuropameisterin hinter der Belgierin Pierrette Michel ( 2:49,32 ) ! Als letztes Rennen dann für Ilona die 100 m Rücken: obwohl sie ja keine Kurzstrecklerin ist, machte sie das Unglaubliche wahr. Sie schlug mit der Zeit von 1:29,33 Min erneut als Vizeeuropameisterin hinter der Italienerin Mara Pantera ( 1:24,62 ) und weit vor der Spanierin Cinzia Lais( 1:34,49) an.

Die Bilanz des SG Mönchengladbachtrios konnte sich sehen lassen:

3 x Gold , 4 x Silber sowie 2 vierte Plätze bei einer hochkarätigen Europameisterschaft.

Das war genial !

Natürlich wurden nebenbei alle Sehenswürdigkeiten der ewigen Stadt besichtigt. Für die 3 Mönchengladbacher besonders beeindruckend die Bäderkultur: 2 tolle riesige 50 m Freibäder mit jeweils 10 Bahnen, im Stadion del Nuoto mit Olympia- WM- und EM Flair, ein Traum !

-nt-

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